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Fahrsportverein Kaiserslautern

Landesmeister- und Pfalzmeisterschaften 2014 in Rheinland-Pfalz Holzrücke-Wettbewerb für Einspänner

Siegerehrung Holzrücken

In Kaiserslautern-Erlenbach war am 5. Oktober Treffpunkt der rheinland-pfälzischen Holzrücke-Spezialisten und ihrer großen Fangemeinde. Hunderte Zuschauer umrahmten den diesjährigen Wettkampfplatz, auf dem 16 Hindernisse von den Fuhrleuten und ihren Rückepferden zu bewältigen waren. Sechzehn ausschließlich aus Naturmaterialien gebaute Hindernisse und der lange Stamm verlangten von den Pferd-Mensch-Paaren Gehorsam und beste Feinabstimmung sowie einen raumgreifenden vorgeschriebenen Schritt für möglichst schnelle Runden. Abwerfbare Klötze auf Hindernissen, Verweigerungen und Gangartfehler bargen das Risiko von Zeitstrafen belegt, sodass die tatsächlich gebrauchte Zeit und Zeitstrafen addiert wurden und so die Rangierung zustande kam.

Für die 3. Rheinland-Pfalz-Meisterschaft und die inzwischen 8. Meisterschaft des regionalen Pferdesportverbandes in der Pfalz hatte Alexander Schneider mit seinen Parcourshelferinnen und –helfern aus dem Fahrsportverein Kaiserslautern-Land einen anspruchsvollen Kurs gebaut. Klassische Hindernisse und neue Anforderungen wechselten sich ab und stellen die Rückepaare vor Aufgaben, die beim Arbeiten im Wald tatsächlich zu bewältigen sind. Den Kopf durch einen dichten Blättervorhang zu strecken, bedarf eines intakten Vertrauensverhältnisses zwischen Pferd und Fuhrmann. Den Stamm seitwärts zu bewegen gelang nicht immer und den Stamm auf zwei liegenden Stämmen exakt abzulegen schaffte auch nur Alexander Schmitt mit der Comtois-Stute Isabelle vom gastgebenden Fahrsportverein Kaiserslautern-Land. Dieses Paar blieb völlig fehlerfrei, die erreichte Zeit reichte jedoch zum Bedauern der Zuschauer „nur“ für den Bronzerang in beiden Meisterschaftswertungen. Der zweitplatzierte Otto Werst vom Zellertal- Donnersberger RFV hatte die Freibergerstute Xena an der Hand. Mit ihr gelang ihm eine schnelle und sichere Runde für die Silbermedaille. In beeindruckender Manier ging Xena über die Baumstämme, die im Meterabstand aufgelegt waren. Ein paar Sekündchen weniger Zeit brauchte Heinrich Faßbender, der ebenfalls mit einer Freibergerstute unterwegs war. Nicki und Heinrich Faßbender starteten für den RFV Weisenheim a.S., legten die schnellste Zeit vor und siegten. Mit zwei Schärpen und beiden goldenen Schleifen führte Heinrich Faßbender die Ehrenrunde an und freute sich riesig über seinen Erfolg. Die beiden Freibergerstuten z.B. gehen im „Hauptberuf“ im Ein-bzw. Zweispänner in Leistungsprüfungen bis Kl. M.

Auf dem wunderschön hergerichteten vereinseigenen Platz hatten sich 8 weitere Fuhrleute mit ihren Pferden eingefunden. Leider konnte das Familienduell der drei Schmitt-Brüder krankheitsbedingt nicht stattfinden.

Aus Dörrmoschel vom RFV angereist kam Bernd Brückner mit seinem Spanischen Vollblüter Jupp und platzierte sich auf dem undankbaren 4. Platz vor Reinhard Dirk (RFV Heidelsburg) mit dem Schwarzwälder Fuchshengst Ronny. Auf Rang 6 die erfolgreichste „Amazone“ Esther Dinger vom PFS Westpfalz aus Zweibrücken mit dem Pfalzardenner Cemus. Gleich auf dem nächsten Platz folgte die zweite Fuhrfrau Melanie Seifert aus Maikammer, die für die RSG Barbarossa KL startete. Sie nahm das erste Mal mit ihrem polnischen Warmblüter Boston an einem Rücke-Wettbewerb teil. Auf Rang 8 aus dem Westerwald für den Gastgeberverein startend Frank Brinkmann, der mit Edguy an der Wertung teilnahm und seinen jungen Magnus außer Konkurrenz durch den Parcours führte. Beide Kaltblutpferde stammen aus der rheinisch-deutschen Zucht. Ebenfalls mit einem Schwarzwälder Fuchs trat Georg Müller aus Baalborn an (FSV KL-Land), der seinen Meteor in diesem Jahr vor Stefan Schmeltekopf (dto.) aus Rohrbach platzierte. Dieser schließlich steuerte den schwergewichtigen Odin auf Rang 10. Der Senior der Konkurrenz, Karl Looß aus Niedermohr, zog den Hut. Verantwortungsvoll beendete er seinen Durchgang vorzeitig, weil sein Warmblüter Alex an diesem Sonntag nicht mit den Verhältnissen klarkam. Dafür erhielt Karl Looß den besonders freundlichen Applaus der Zuschauer. Er gehört übrigens zu den Gründungsvätern des erfolgreichen 

Fahrsportvereins Kaiserslautern-Land und hat an fast allen Rückekonkurrenzen seit dem Gründungsjahr 2000 teilgenommen.

Am Schluss würdigten Richterund Helfer zusammen mit den Zuschauern bei der Ehrenrunde der Teilnehmenden die gezeigten tollen Leistungen. Alle wünschen sich für das nächste Jahr wieder eine so beeindruckende Meisterschaft mit starken Pferden, vielen Zuschauern und Fuhrleuten, die sich und ihre Arbeitspartner immer weiter ausbilden und so den Zuschauern vermitteln können, wie die Arbeit im Wald auch heute noch aussehen kann und auch junge Fuhrleute dabei Spaß haben können und erfolgreich sind.

Text: Andrea Gormann-Kaiser
Foto: Anja Zoske

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